FAQ

Die Schweizer Gesundheitsstudie ist ein Studienprojekt, das Informationen zur Gesundheit der Schweizer Bevölkerung liefern soll, damit der Einfluss der Umwelt, der Exposition gegenüber chemischen Substanzen, des Lebensstils und persönlicher Veranlagungen auf die Gesundheit besser verstanden wird. Letztendlich sollen 100’000 Erwachsene zwischen 20 und 69 Jahren in die Studie einbezogen werden. Um die Schweizer Gesundheitsstudie vorzubereiten, hat jetzt eine Pilotphase begonnen, die dazu dient, die für eine nationale Studie nötige Infrastruktur zu entwickeln und zu testen.

Während der Pilotphase werden verschiedene Mittel getestet, um die gewünschten Teilnehmer/innen zu erreichen. Die Teilnehmer/innen wurden entweder aus dem Schweizer Bevölkerungsregister des Kantons Waadt per Zufallsprinzip ausgewählt oder wurden durch deren Arzt, Apotheker oder durch unsere Internetseite über diese Studie informiert. Es können alle Personen teilnehmen, die zwischen 20 und 69 Jahre alt sind. In jedem Fall ist die Teilnahme freiwillig.

Die Pilotphase dient dazu, die Infrastruktur und Methodik zu etablieren, die für eine nationale Studie notwendig sind. Für den Anfang konzentriert sich die Pilotphase auf ein Studienzentrum in Lausanne und dem entsprechenden Einzugsgebiet des Kantons Waadt. Möglicherweise wird zu einem späteren Zeitpunkt noch ein Studienzentrum in einem deutschsprachigen Kanton dazukommen. Wenn die Pilotphase erfolgreich ist, kann die Studie auf weitere Regionen ausgedehnt werden.

Falls Sie in der Schweiz leben, können Sie teilnehmen, indem Sie die zur Studie gehörigen Fragebögen online ausfüllen. Sie müssen dafür nur auf der homepage dieser Webseite «Ich nehme teil!» klicken. Probenahme und Gesundheitscheck sind in der Pilotphase allerdings nur für die Bewohner/innen des Kantons Waadt vorgesehen.

Für die TeilnehmerInnen besteht die Pilotphase darin, Fragebögen zu ihrem Gesundheitszustand und ihrer Lebensumwelt auszufüllen. Ein Teil der TeilnehmerInnen wird für eine Gesundheitsuntersuchung und eine Entnahme biologischer Proben (Blut und Urin) in ein Studienzentrum gehen. Um die Fragebögen zu beantworten, braucht man etwa eineinhalb bis zwei Stunden. Sie können selbstständig in mehreren Etappen ausgefüllt werden. Die Gesundheitsuntersuchung braucht etwa zweieinhalb Stunden.

Wenn Sie an diesem Projekt teilnehmen, profitieren Sie von einer unentgeltlichen allgemeinen Gesundheitsuntersuchung. Ausserdem tragen Sie zu einem Projekt bei, dessen Resultate für die gesamte Schweizer Bevölkerung wichtig sein können. Das Wissen, das wir in diesem Projekt gemeinsam aufbauen, ist nicht nur für die Forschung interessant, sondern es kann auch die Schweizerische Gesundheits- und Umweltpolitik darin unterstützen, gezielte Massnahmen auf den Weg zu bringen, die zur Verbesserung der Gesundheit und des Lebensumfeldes der Bevölkerung beitragen.

In der Pilotphase werden verschiedene Substanzen in biologischen Proben von Studienteilnehmer/innen bestimmt. Bei allen Teilnehmer/innen werden Quecksilber, Glyphosat und eine Reihe perfluorierter Substanzen gemessen. Im Kanton Waadt wird zudem die Versorgung von Vegetarier/innen und Veganer/innen mit dem Spurenelement Selen untersucht.

Die Daten werden durch das Centre de recherche clinique (CRC) erhoben, das dem Centre hospitalier universitaire vaudois (CHUV) in Lausanne angeschlossen ist.

Die Daten und die Proben werden kodiert und streng gemäss den gesetzlichen Grundlagen (Bundesgesetz zur Humanforschung RS 810.30, Bundesgesetz über den Datenschutz SR 235.1) behandelt. Die persönlichen Daten und die Daten zu Gesundheit und Lebensumständen werden in voneinander getrennten Datenbanken am Centre hospitalier universitaire vaudois (CHUV) gespeichert. Die persönlichen Daten sind nur den Personen zugänglich, die in direktem Kontakt zu den Teilnehmer/innen stehen. Der Verbindungsschlüssel zwischen den Datenbanken wird streng gesichert in der Schweiz verwahrt.

Eine sehr beschränkte Gruppe von Personen an den Studienzentren wird Zugang zu den persönlichen Daten und dem Verbindungsschlüssel zwischen den Datenbanken haben. Es ist erforderlich, dass dieser Schlüssel aufbewahrt wird, um die TeilnehmerInnen über persönliche Studienergebnisse informieren zu können, die wichtig für deren Gesundheit sind.

Die biologischen Proben und die zugehörigen Daten sind sehr wertvoll für die epidemiologische Forschung und die Forschung zur öffentlichen Gesundheit. In der Zukunft sollen auch andere Projekte davon profitieren können. Eine Expertengruppe wird aufgrund der Ziele, Methoden und Struktur dieser Projekte entscheiden, welches Zugang zu den Daten und/oder Proben bekommt. In jedem Fall sind diese Projekte damit dem schweizerischen Recht unterworfen. Die persönlichen Angaben und der Verbindungsschlüssel werden nicht nach aussen gegeben.

Nein, für die Pilotphase ist dies ausgeschlossen. Für ein Projekt auf nationaler Ebene ist diese Frage zur Zeit noch offen. In jedem Fall müssten solche Projekte in öffentlichem Interesse sein, und die Daten würden immer nur in kodierter Form weitergegeben werden, d.h. die persönlichen Angaben wären nicht zugänglich.

Ein/e TeilnehmerIn der Studie kann bestimmen, ob sie über die persönlichen Testergebnisse informiert werden möchte oder nicht. Wenn der/die TeilnehmerIn zustimmt, werden ihm/ihr einige im Studienzentrum erhobene Testergebnisse direkt mitgeteilt, wie z.B. der Blutdruck und einige andere Blut- und Urinwerte. Normalerweise werden nur Studienergebnisse kommuniziert, die auf die Bevölkerung oder eine Untergruppe bezogen sind. Wird allerdings ein sehr wichtiges Ergebnis für Sie als Einzelperson ermittelt, werden Sie in geeigneter Form informiert. Dies ist dann der Fall, wenn z.B. eine Krankheit diagnostiziert wird, für die Therapiemöglichkeiten zur Verfügung stehen. Solche Situationen sind sehr selten.

Die Pilotphase wird durch das Bundesamt für Gesundheit (BAG), die beteiligten Studienzentren (Unisanté und CHUV in Lausanne) und die Schweizer Biobanking Platform (SBP) finanziert. Bestimmte Analysen werden durch das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) und das Bundesamt für Umwelt (BAFU) finanziert. Die Finanzierung der nationalen Studie ist noch offen.

Unsere Gesundheit und unsere Belastung mit chemischen Substanzen hängt von unseren Gewohnheiten und dem sozioökonomischen Umfeld ab. Man könnte natürlich die Zahlen der Nachbarländer grob auf die Schweiz extrapolieren, aber das bleibt nur eine Annäherung und berücksichtigt nicht die speziellen Verhältnisse in der Schweiz. Die Ernährung ist z.B. anders, die verwendeten kosmetischen Produkte sind andere, und die gesetzlichen Vorgaben zu Umwelt und Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln sind verschieden von denen der Nachbarländer. Wir erwarten deshalb schon für die Pilotstudie Unterschiede zwischen den untersuchten Regionen.

In die medizinische Forschung wird bereits sehr viel Geld investiert. Trotzdem sind die Daten zur Gesundheit der Bevölkerung sehr lückenhaft. Zum Beispiel wissen wir, dass wir mit einer grossen Anzahl Chemikalien ständig in Kontakt sind, haben aber keine genauen Daten dazu, wie gross die Mengen im Körper sind und welchen Einfluss das auf unsere Gesundheit hat. Eine solche Studie würde es erlauben, den Gesundheitsstatus der Schweizer Bevölkerung zu verfolgen, den Einfluss der Umwelt auf die Gesundheit besser zu verstehen und damit die Gesundheit zu verbessern.